Soziale Stadt Hasenbergl



Stadtteilentwicklung PDF Drucken
Das Hasenbergl, eine Siedlung an der nördlichen Stadtgrenze Münchens, wurde im Rahmen des Gesamtplanes zur Behebung der Wohnungsnot in München zwischen 1960 und 1971 in vier Abschnitten errichtet. Mehr als 26.000 Menschen fanden hier in ca. 8200 Wohnungen ein neues Zuhause.

Der Name "Hasenbergl" geht auf die alte Bezeichnung für einen ehemals ca. acht Meter hohen Hügel zurück. Eingefasst wird der Stadtteil durch den "Feldmochinger Anger" im Westen, das "Korbiniani Holz" im Norden und das Naturschutzgebiet "Panzerwiese" im Osten.

Das Konzept der Siedlung basiert auf den damaligen Erkenntnissen des Städtebaus - der gegliederten und aufgelockerten Stadt - und wurde nach Wettbewerbsentwürfen der Münchener Architekten Ernst-Maria Lang, Christian Ottow, Fritz Vocke und Helmut von Werz gestaltet. Wohngebäude entwarfen u. a. Ernst Hürlimann, Alexander Freiherr von Branca und Matthä Schmölz. Die Planung der Außenanlagen stammt u. a. von dem Gartenarchitekten Alfred Reich (siehe auch Parkstadt Bogenhausen).

Wesentliches Gestaltungsmerkmal des Städtebaus ist die freie Stellung der Gebäude - unabhängig von Straßenführungen - inmitten von großen Freiflächen. Die Siedlung wird von Nord nach Süd von einem durchgehenden Grünzug mit zahlreichen Fußwegen durchzogen. Die ganze Siedlung ist parkähnlich begrünt. Der Kiefernbestand im nördlichen Teil ist bis heute ein besonderes Charakteristikum des Hasenbergl.

Neben der federführenden Neuen Heimat Bayern waren sieben große Bauträger mit der Errichtung der Siedlung befasst, die größtenteils heute noch Eigentümer sind, wie beispielsweise die GWG, die GBWAG, die Bayerische Wohnungs- und Siedlungsbau GmbH und die Südhausbau.

Die Bebauung besteht aus Geschosswohnungen, die überwiegend als Zeilen angeordnet sind. Die Höhe der Gebäude beträgt bei den Zeilen III bis IX Geschosse. An städtebaulich markanten Stellen, wie etwa an der namensgebenden Erhebung, dem "Hasenbergl", oder im Nordosten des Gebietes, sind Punkthäuser von VIII bis zu XV Geschossen situiert.
  Die Wohnungen waren vornehmlich für Familien mit geringem Einkommen bestimmt. Grundrisse und Wohnungsstandard waren fortschrittlich, wie etwa die zentrale Warmwasserversorgung, Zentralheizungen, Bäder und moderne Küchenausstattung.

Mit den 7.385 geförderten Mietwohnungen und 404 geförderten Eigentumswohnungen wurden zeitgleich die erforderlichen sozialen Infrastruktureinrichtungen erstellt: ein Ladenzentrum mit Saal, vier Ladengruppen, Volksschulen mit Kindertagesstätten, ein Jugendfreizeitheim, soziale Einrichtungen, fünf kirchliche Gemeindezentren, Gaststätten, eine Stadtteilbücherei und zahlreiche Spiel- und Bolzplätze.

Die Siedlung Hasenbergl umfasst am nördlichen Rand ein Gebiet, auf dem sich bis 1965 das Lager "Frauenholz" befand, das noch heute mit ca. 770 Wohnungen die größte städtische Unterkunft Münchens ist. Dieser Standort hat den Ruf des Hasenbergl lange geprägt. Viele der ursprünglich obdachlos gewordenen bzw. "nicht mietfähigen" Menschen haben dort eine feste Heimat gefunden und werden im Rahmen eines "Umwandlungsprojektes" nach langen Jahren Mietverträge erhalten.

Nach Beendigung der aktiven Phase des Programms "Soziale Stadt" wird die Sanierungssatzung voraussichtlich 2008 aufgehoben werden.