Soziale Stadt Giesing

DURCHGEFÜHRTE SANIERUNG

Milbertshofen
Hasenbergl



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Die ehemalige Ruralgemeinde Giesing, auf der östlichen Isarhochterrasse gelegen, wurde 1854 in das Stadtgebiet eingegliedert und 1939 in die beiden heutigen Stadtbezirke 17 Obergiesing - Fasangarten und 18 Untergiesing - Harlaching aufgeteilt. Das Sanierungsgebiet "Tegernseer Landstraße / Chiemgaustraße" liegt innerhalb beider Stadtbezirke. Es ist geprägt durch eine sehr heterogene bauliche Struktur mit Einfamilienhäusern, Geschosswohnungsbau und verdichteter Blockrandbebauung, an der Tegernseer Landstraße konzentrieren sich gewerblich genutzte Flächen. Der Mittlere Ring zwischen Candidauffahrt und McGraw-Graben bildet die Grenze der beiden Stadtbezirke und stellt eine wesentliche Barriere im Stadtgefüge dar.   Statistische Daten zum Sanierungsgebiet:
Größe in ha 104,5 ha*
Einwohner gesamt 14.764*
Einwohner pro ha
(besied. Fläche)
141,3*
Einwohner männlich 49,8%
Einwohner weiblich 50,2%
Einwohner nicht deutsch 34%*
Einwohner deutsch 66%*
Einwohner 0-18 11,6%*
Einwohner 19-29 22,8%*
Einwohner 30-44 26,8%*
Einwohner 45-46 24,1%*
Einwohner 65 und älter 14,7%*
Anteil Erwerbslose
(bezogen auf Stadtviertel)
7,9%*
Anzahl Wohnungen 8,540*
Anteil Sozialwohnungen 5,8%
Anzahl Haushalte gesamt 8.469*
Anteil HH mit 1 Person 61,6%
Anteil HH mit Kindern 13,0%*
Versorgung Kinderkrippen 11,6%**
Versorgung Kindergärten 67,5%**
* Stand 01.01.2006
** Stand 01.01.2005


Informationen zum Stadtbezirk Obergiesing

Der 17. Stadtbezirk, auf der östlichen Isarhochterrasse, ist Teil der ehemaligen bäuerlich-ländlichen Gemeinde Giesing, die 1854 in das Stadtgebiet eingegliedert und 1936 in die beiden heutigen Stadtbezirke Obergiesing und Untergiesing-Harlaching aufgeteilt wurde. Er bildet einen relativ schmalen Streifen zwischen dem Südost-Abschnitt des Mittleren Rings und der S-Bahn-Linie S 5 nach Holzkirchen und umfasst sowohl Teile des Innenstadtrandbereiches (Alt-Giesing), wie auch des südöstlichen Stadtrandes (Fasangarten, sogen. Amerikaner-Siedlung). Die Bau- und Siedlungsstruktur stellt sich in Obergiesing sehr uneinheitlich dar. Einfamilienhaus- und Kleinsiedlungsquartiere gehen in Gebiete aufgelockerten Geschosswohnungsbaus und in solche verdichteter Blockbebauung über. Durch den Wiederaufbau kriegszerstörter Wohnhäuser und die Aktivierung von Baulandreserven für den Wohnungsbau setzte mit Beginn der Nachkriegszeit eine rege Neubautätigkeit ein; gut 3/4 des Wohnungsbestandes wurden nach 1948 erbaut. In Alt-Giesing, vornehmlich um die Hl.-Kreuz-Kirche (neugotische Hallenkirche aus dem Jahr 1886) auf dem Giesinger Berg, haben sich einzelne historische Vorstadtmilieus erhalten.

Abgesehen von den beiden Friedhöfen und einem Freizeitpark verfügt Obergiesing über keine nennenswerten Grünflächen. Industrie und Gewerbe konzentrieren sich zwischen Perlacher Straße und Tegernseer Landstraße sowie im Bereich des Giesinger Bahnhofs. Wie in anderen, ehemals typischen Arbeiter- und Handwerkervierteln hat sich auch in Obergiesing die Sozialstruktur mittlerweile nivelliert, doch sorgt ein vergleichsweise günstiges Mietniveau dafür, dass der Wohnraum in Obergiesing auch für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen noch erschwinglich bleibt. Der Ausländeranteil im Stadtbezirk liegt deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnittswert.

Quelle: Statistisches Taschenbuch 2006 - München und seine Stadtbezirke
  Informationen zum Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching

Der 18. Stadtbezirk ist der südlichste Bezirk Münchens rechts der Isar, der sich von der Humboldtstraße im Norden bis zu den für das Stadtklima bedeutsamen Waldflächen des Perlacher Forstes an der südlichen Stadtgrenze erstreckt. Die Isar- und Flaucheranlagen als westliche Bezirksgrenze haben zusammen mit dem Tierpark Hellabrunn eine wichtige Freizeit- und Erholungsfunktion für die gesamte Stadtbevölkerung. Untergiesing, der Stadtbezirksteil zwischen der Humboldtstraße und der Candid-Auffahrt unterhalb der Isarhangkante, unterscheidet sich von allen anderen Bereichen des Stadtbezirks vor allem durch seinen immer noch erkennbaren Charakter als ehemals typische Arbeitervorstadt mit schlichtem und dichtem Mietwohnhausbestand, zum Teil noch aus dem vorletzten Jahrhundert. Im Schatten der Hauptverkehrsstraßen haben sich dort auch noch vereinzelt Wohnquartiere mit Kleinwohnhäusern erhalten. Der Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Althausbestandes löste in der Nachkriegszeit eine rege Neubautätigkeit aus, die sich im weiteren Verlauf auf den bis dahin noch dünn besiedelten Bereich südlich der Candidstraße und beiderseits der Schönstraße ausdehnte. Der auf der Isar-Hochterrasse, ehemals zu Giesing gehörige Siedlungsbereich um den Wettersteinplatz verdankt einen Großteil seiner ausgeprägten Blockbebauung der Zeit vor dem 2. Weltkrieg.
Im südlich anschließenden Neuharlaching begann die Erschließung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit schlichter Eigenheimbebauung sowie aufgelockertem, meist gemeinnützigem Geschosswohnungsbau.
Nach dem Krieg kam noch in erheblichem Umfang und zum Teil recht qualitätsvolle Neubausubstanz hinzu. Der westlich der Grünwalder Straße bis zur Stadtgrenze verlaufende Bezirksteil Harlaching / Menterschwaige ist ein aus der Gartenstadtidee um die vorletzte Jahrhundertwende entstandenes repräsentatives Villenviertel. Wegen seiner exponierten Lage am Isarhochufer hat diese Wohngegend wohl mit den höchsten Wohnwert Münchens, was sich entsprechend auf die dortigen Immobilienpreise und Mieten niederschlägt und damit auch die Sozialstruktur im Viertel prägt.
Das heutige Arbeitsplatzangebot im Stadtbezirk konzentriert sich auf den Dienstleistungsbereich sowie auf öffentliche Einrichtungen (u. a. städt. Großkrankenhaus Harlaching, Orthopädische Klinik Harlaching, Bayerische Landesschule für Körperbehinderte). Zu erwähnen sind noch die weitläufigen Sportanlagen des TSV 1860 München an der Grünwalder Straße und des FC Bayern an der Säbener Straße und nicht zu vergessen das traditionelle "Sechziger Stadion". Die früher scharf gezogenen sozialräumlichen Grenzen zwischen Alt-Harlaching, Neuharlaching sowie Untergiesing (traditionelles Arbeiterquartier) sind fließender geworden. Der Ausländeranteil im 18. Stadtbezirk liegt deutlich unter dem Stadtdurchschnitt.

Quelle: Statistisches Taschenbuch 2006 - München und seine Stadtbezirke